Gelesen: BLACKOUT – Morgen ist es zu spät

Lichter von Ampeln und Straßenlaternen verschwinden – Dunkelheit. Quietschende Reifen, kreischendes Metall, kollidierende Fahrzeuge – Chaos.

So beginnt der Roman „Blackout“ ein Thriller um einen von Hackern verursachten europaweiten Stromausfall. Unser Held Manzano, ein ehemaliger italienischer Hacker, selbst betroffen durch einem Unfall, entdeckt bald, dass die neu eingesetzten intelligenten Stromzähler die Ursache für den Ausfall sind. Doch keiner will auf ihn hören und ihm glauben. So unternimmt er alles, um die Behörden zu überzeugen, und wird selbst bald zum Verdächtigen und Gejagten.

Bald nach dem Zusammenbruch, der sich über fast ganz Europa erstreckt, zeigen sich die ersten Probleme. Tankstellen können keinen Treibstoff mehr pumpen. In Supermärkten verdirbt lagernde Ware, neue Ware kann nicht mehr nachgeliefert werden. Tiere verenden, weil Sie nicht mehr gemolken oder gefüttert werden können. Selbst wenn man noch etwas kaufen kann, so können Banken nicht mehr genügend Geld an die Bevölkerung ausgeben. Aber nicht nur die Versorgung, sondern auch die Entsorgung wird ohne Strom immer mehr zum Problem – Abwasser und Müllabfuhr sind nur zwei Beispiele dafür. Krankenhäuser, deren Notstromversorgung nur auf wenige Tage ausgelegt ist, sind kaum mehr in der Lage, die Versorgung aufrecht zu erhalten. Schlussendlich geraten auch immer mehr Atomkraftwerke ohne Stromversorgung und damit ohne ausreichende Kühlung in Probleme.

Manzano entdeckt bald nach Auftreten der Stromausfälle die mögliche Ursache in den neuen elektronischen Stromzählern – auch Smart Meter genannt. Als er die Zuständigen informieren will, glaubt ihm keiner. Er versucht, in einer abenteuerlichen Reise selbst die Europol zu informieren. Anfangs noch unterstützt, wird er selbst bald zum Verdächtigen und Gejagten. Nun beginnt die Jagd unseres Helden auf die Verursacher, wobei  er dabei selbst der Gejagte ist.

An zahlreichen Schauplätzen und anhand unterschiedlicher Handlungen wird die Lage der Bevölkerung dargestellt, für die der Stromausfall bei winterlicher Kälte immer problematischer wird, da die Stromversorger nicht in der Lage sind, das Netz wieder stabil aufzubauen. Dabei darf ein wenig Romantik natürlich auch nicht fehlen.

Obwohl der Roman laut Autor eine rein fiktive Geschichte erzählt, steckt bei näherer Betrachtung sehr viel Wahrheit und Realität dahinter. Viren wie Stuxnet zeigen, dass ein Angriff auf Kraftwerke über das Internet nicht unmöglich ist. Was mit Atomkraftwerken passiert, wenn es keine ausreichende Kühlung mehr gibt, zeigte in jüngster Vergangenheit die Atomkatastrophe in Fukushima. Und wie es unserer Versorgung und Entsorgung geht, wenn wir mehrere Tage keinen Strom haben, kann sich wahrscheinlich jeder selbst ausmalen. Auch die gegenwärtige Diskussion über die Verpflichtung der Einführung von intelligenten Zählern in der EU verleiht dem Buch einen aktuellen Touch.

Blackout ist ein spannender, realitätsnaher und zum Nachdenken anregender Roman.

Links:
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Smart Meter Info bei Wikipedia

Kategorien: Buch Tipps.

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